DSGVO und ISO 27701: Datenschutz systematisch umsetzen
Die DSGVO ist Pflicht. ISO 27701 gibt dir das Framework, um sie im Rahmen deines ISMS strukturiert und nachweisbar umzusetzen.
Überblick
Die DSGVO ist seit Mai 2018 geltendes EU-Recht und für jedes Unternehmen Pflicht, das personenbezogene Daten von EU-Bürgern verarbeitet. Mit Bußgeldern bis zu 4% des Jahresumsatzes oder 20 Mio. EUR gibt es hier keinen Spielraum.
ISO/IEC 27701 ist eine Erweiterung der ISO 27001, die ein Privacy Information Management System (PIMS) definiert. Sie ist freiwillig, bietet aber eine strukturierte Methode, um Datenschutzanforderungen wie die der DSGVO im Rahmen eines bestehenden ISMS umzusetzen.
Die beiden Rahmenwerke sind keine Alternativen. Die DSGVO definiert deine gesetzlichen Pflichten. ISO 27701 liefert dir die Methodik, um diese Pflichten systematisch, nachweisbar und auditierbar zu erfüllen. Für Unternehmen, die bereits ISO 27001 zertifiziert sind, ist ISO 27701 der natürliche nächste Schritt, um den Datenschutz nahtlos in ihr bestehendes Managementsystem zu integrieren.
In der Praxis bedeutet das: Du brauchst die DSGVO sowieso. ISO 27701 hilft dir, sie effizienter und strukturierter umzusetzen, besonders wenn du bereits ein ISMS betreibst.
DSGVO vs. ISO 27701 im Vergleich
| Kriterium | DSGVO | ISO 27701 |
|---|---|---|
| Geltungsbereich | Verpflichtend für alle EU-Datenverarbeiter | Freiwillig, für ISO 27001 Nutzer |
| Zertifizierung | Keine direkte Zertifizierung | Möglich als ISO 27001 Erweiterung |
| Rechtsverbindlichkeit | Rechtlich bindend | Nicht rechtlich bindend |
| Kosten | Bußgelder bei Nichteinhaltung | Zertifizierungs- und Auditkosten |
| Gültigkeitsdauer | Dauerhaft, mit regelmäßigen Updates | Drei Jahre, mit regelmäßigen Audits |
| Branchen-Fokus | Alle Branchen | Schwerpunkt auf ISO 27001 Anwender |
| Audit-Typ | Internes Audit erforderlich | Externe Zertifizierungsaudits erforderlich |
| Bußgelder/Konsequenzen | Bis zu 4% des Jahresumsatzes | Keine direkten Bußgelder |
Gemeinsamkeiten
Datenschutzfokus
Beide Standards legen großen Wert auf den Schutz personenbezogener Daten. Implementierst du Datenschutzmaßnahmen für die DSGVO, erfüllst du gleichzeitig viele Anforderungen von ISO 27701.
Risikomanagement
Sowohl die DSGVO als auch ISO 27701 erfordern ein effektives Risikomanagement. Die Risikoanalyse nach DSGVO deckt bereits einen großen Teil der Anforderungen von ISO 27701 ab.
Rechenschaftspflicht
Beide Rahmenwerke betonen die Rechenschaftspflicht. Dies bedeutet, dass Unternehmen nachweisen müssen, wie sie die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen sicherstellen.
Schutz von Betroffenenrechten
Die Rechte der Betroffenen, wie Zugang und Löschung von Daten, sind in beiden Standards zentral. Einmal implementiert, erfüllen sie die Anforderungen beider Normen.
Zentrale Unterschiede
Geltungsbereich
Die DSGVO ist eine gesetzliche Verpflichtung für alle Unternehmen, die Daten von EU-Bürgern verarbeiten, während ISO 27701 eine freiwillige Zertifizierung ist.
Zertifizierung
Die DSGVO selbst bietet keine Zertifizierungsmöglichkeit, während ISO 27701 eine formale Zertifizierung als Erweiterung der ISO 27001 ermöglicht.
Rechtsverbindlichkeit
Die DSGVO ist rechtlich bindend mit erheblichen Bußgeldern, während ISO 27701 als freiwilliger Standard keine rechtlichen Konsequenzen hat.
Kosten
Die Implementierung der DSGVO kann hohe Bußgelder bei Nichteinhaltung nach sich ziehen, während die Kosten bei ISO 27701 durch die Anforderungen an Zertifizierung und Audit entstehen.
Industriefokus
Die DSGVO gilt für alle Branchen, die personenbezogene Daten verarbeiten, während ISO 27701 besonders für Unternehmen relevant ist, die bereits ISO 27001 implementiert haben.
Welchen Standard wählen?
Die DSGVO ist keine Wahl. Als EU-Unternehmen, das personenbezogene Daten verarbeitet, bist du zur Einhaltung verpflichtet. Das ist deine rechtliche Baseline.
ISO 27701 ist freiwillig, aber besonders wertvoll, wenn du bereits über ein ISMS nach ISO 27001 verfügst oder eines planst. Sie gibt dir eine bewährte Struktur, um Datenschutzmaßnahmen systematisch in dein Sicherheitsmanagement zu integrieren, statt sie separat zu verwalten.
In der Praxis brauchst du die DSGVO immer. ISO 27701 ist die beste Ergänzung, wenn du deinen Datenschutz über die Mindestanforderungen hinaus professionalisieren und gegenüber Kunden und Auditoren nachweisen willst. Mit Kopexa kannst du durch Cross-Framework-Mapping beide Standards parallel adressieren.
Synergien: Beide Standards effizient umsetzen
Da die DSGVO bereits deine Pflicht ist, baut ISO 27701 darauf auf. Die DSGVO definiert das Was, ISO 27701 liefert das Wie. Viele Datenschutzmaßnahmen, die du für die DSGVO umgesetzt hast, erfüllen bereits ISO-27701-Anforderungen.
Beispielsweise deckt eine DSGVO-konforme Datenschutz-Folgenabschätzung bereits einen Großteil der ISO-27701-Anforderungen an die Privacy Impact Assessments ab. Dein bestehendes Verarbeitungsverzeichnis (VVT) ist direkt in ISO 27701 wiederverwendbar.
Kopexa zeigt dir im Cross-Framework-Mapping, welche deiner bestehenden DSGVO-Maßnahmen bereits ISO 27701 abdecken. So vermeidest du doppelte Arbeit und baust gezielt nur die zusätzlichen Kontrollen auf, die ISO 27701 darüber hinaus fordert.
Häufig gestellte Fragen
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